Hochzeitsfotograf Jo – Portrait mit Kamera, fotografiert von Frank Gerhold

Das bin ich. Jo.

Ich fotografiere seit über zehn Jahren Menschen. Eine Hochzeit ist der Tag, an dem alles davon gebraucht wird. Vor allem das Warten: mit dem Finger am Auslöser, bis der Moment wirklich da ist, statt ihn später im Zufall der Serienbilder zu suchen.

Meine Philosophie

Fotografie

Nach einem Standesamt fragte mich eine Braut: ‚Hast du beim Kuss Bilder gemacht? Ich weiß es gar nicht.‘ Ein schöneres Kompliment gibt es in meinem Beruf nicht.

Liebe

Wie ihr miteinander lacht, flüstert, tanzt: Das gibt es nur bei euch. Genau das mache ich sichtbar, kein Schema.

Erinnerung

In dreißig Jahren zeigt ihr diese Bilder jemandem, der heute noch nicht geboren ist.

Meine Lieblingsorte

Niendorf/Ostsee

Lieblingsserie

Ku’damm

Hund oder Katze

Katze. Aber euer Hund darf trotzdem mit aufs Bild.

Mein geheimes Talent

Ich male Menschen ein Lächeln ins Gesicht, ganz ohne Pinsel.

Lieblingskaffee

Schwarz, wie meine Seele.

Berge oder Strand

Strand, bitte!

Lieblingspizza

400 g Rumpsteak, medium.

Aktuelle Lektüre

Alles von Sebastian Fitzek

Euer Tag, eure Geschichte.

Jede Hochzeit ist anders: eure Menschen, euer Tempo, eure Musik. Ich fotografiere den Tag, den ihr feiert.

Bilder, die die Erinnerung wach halten.
Brautpaar umarmt sich am Seeufer – Hochzeitsfotografie by Jo
Brautpaar küsst sich unter Bäumen – Hochzeitsfotografie by Jo
Ein Stück meiner Welt:

Die Träne beim Blick zur Mama, das Konfetti im Haar, die Hand, die unterm Tisch die andere findet.

Warum Hochzeiten?

Vor fünfundzwanzig Jahren kam meine Frau mir als schönste Braut der Welt entgegen. Ich weiß bis heute, wie sich dieser Moment angefühlt hat. Die Gänsehaut kommt zuverlässig wieder, wenn ich davon erzähle. Seitdem weiß ich aus erster Hand, was an so einem Tag auf dem Spiel steht. Genau dafür bin ich da: dass euer Moment nicht nur passiert, sondern bleibt.

Wie so ein Tag mit mir aussieht

Morgens beim Getting Ready sage ich erst mal Hallo und trinke einen Kaffee. Meistens werde ich eingeladen, bevor ich fragen kann. Wir unterhalten uns, und mittendrin entstehen die ersten Bilder: das Haarspray, das sich im Gegenlicht abhebt, die Wimpern, das Rouge. Beim Bräutigam genauso: Manschettenknöpfe, Fliege, Schuhe. Einer hat sich vor meiner Kamera in aller Ruhe die Glatze rasiert. Gehört alles zu diesem Tag.

Vor der Trauung bin ich der mit dem Taschentuch. Ich habe immer eins dabei, und es wurde schon oft gebraucht, denn die ersten Tränen halten sich selten an den Zeitplan. Mit dem Bräutigam vereinbare ich vorher ein Zeichen fürs Jackett, dann reicht am Tag ein Blick. Und sobald die Zeremonie beginnt, mache ich mich klein: Ich fotografiere und versuche, unsichtbar zu sein. Während alle nach vorn schauen, sehe ich die Mama, die weint, weil ihre Tochter gerade Ja gesagt hat.

Beim Paarshooting lasse ich euch erst einmal ankommen: Hand in Hand, ohne Programm. Die Klassiker machen wir natürlich auch: das Bild für die Danksagungskarte und das für Omas Wohnzimmerschrank. Danach wird wieder Quatsch gemacht. Und falls ihr mit Romantik-Posen nichts anfangen könnt: umso besser, dann bauen wir etwas, das zu euch passt.

Auf der Feier rücke ich ein Stück ab: Ihr feiert mit euren Menschen, und ich schaue, was der Abend an Motiven hergibt. Ich leihe mir beim Essen eure Ringe für die Aufnahmen im Brautstrauß. Ich besorge beim Tortenanschnitt den Teller, den alle vergessen haben, und lege zwei Gabeln dazu. Ich spreche mich mit DJ, Caterer und Trauzeugen ab. Ich kann spontan, aber vorbereitet ist besser. Das Buffet fotografiere ich, bevor der erste Gast es erreicht.

Irgendwann in der Nacht verabschiede ich mich leise und lasse euch feiern. Ein paar Wochen später schauen wir die Bilder gemeinsam an, und fast immer kommt dann dieser Satz: ‚Das habe ich gar nicht mitbekommen. Schön, dass du das fotografiert hast.‘

Meine schönste Hochzeit?

Neulich hat mich jemand gefragt, welche meine schönste Hochzeit war. Ich habe die Antwort verweigert. Dabei gäbe es Kandidaten: Ein Paar ist statt des Eröffnungstanzes mit dem Fallschirm über der Location abgesprungen. Eines habe ich im Hubschrauber fotografiert, eines im Schloss, eines wurde auf einem Marineboot getraut. Und trotzdem werde ich keine Hochzeit über die anderen stellen. Das hat keine verdient. Eure wird bei mir nie Nummer siebzehn von vierzig sein.

Warum ich auf ein Vorgespräch bestehe

Ich bin an so einem Tag näher an euch dran als die meisten eurer Gäste. Wenn die Chemie zwischen uns nicht stimmt, kann ich meinen Job nicht machen. Die Bilder wären handwerklich gut, und mehr nicht. Deshalb lernen wir uns vorher kennen, bei einem Kaffee, womit sonst. Danach wisst ihr, ob ihr mich einen halben Tag um euch haben wollt. Und ich weiß es auch.

Erzählt mir von euren Plänen…